Es muss nicht immer Pisa sein – die schiefsten Türme der Welt

Der Schiefe Turm von Pisa ist ein weltbekanntes Bauwerk und ein wahrer Touristenmagnet. 1990 hatte der Turm einen bedrohlichen Neigungswinkel erreicht und musste für Sanierungsmaßnahmen geschlossen werden. Erst 11 Jahre später durften Besucher wieder den Blick von der Aussichtsplattform genießen.

Doch der Schiefe Turm von Pisa ist nur ein Beispiel für eine aus den Fugen geratene Architektur. Weltweit gibt es mehrere Türme in Schieflage, die in Bezug auf den Neigungswinkel das berühmte Original sogar übertreffen. Für viele überraschend: Der Weltrekordhalter unter den Schiefen Türmen steht im niedersächsischen Suurhausen.

Video: Nicht mehr ganz so schief: der schiefe Turm von Pisa

Der schiefste Turm der Welt in Suurhausen

Der Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde macht es offiziell: Der schiefste Turm der Welt steht in Niedersachsen! Suurhausen ist ein kleiner Ort in Ostfriesland mit etwas mehr als 1.000 Einwohnern. Der Turm der gotischen Kirche wurde im 15. Jahrhundert an das damals bereits bestehende Gotteshaus angebaut. Er hat einen beachtlichen Neigungswinkel von 5,19 Grad und übertrifft den Schiefen Turm von Pisa deutlich (3,97 Grad). Die Schieflage verdankt der Turm dem fallenden Grundwasserspiegel nach umfangreichen Entwässerungen im 19. Jahrhundert.

Stadtmauerturm in Dausenau

Eigentlich würde der Stadtmauerturm im rheinland-pfälzischen Dausenau den Titel „schiefster Turm der Welt“ für sich beanspruchen, da er einen Neigungswinkel von 5,22 Grad besitzt. Doch die Redaktion des Guinness-Buches entschied sich dagegen, weil der Turm nur als Ruine in der mittelalterlichen Stadtmauer erhalten blieb und nicht begehbar ist. Der obere Kranz musste aufgrund der starken Schieflage bereits abgebrochen werden, da der Turm einzustürzen drohte.

Der Schiefe Turm von Bad Frankenhausen

Mit dem Schiefen Turm von Bad Frankenhausen macht ein weiteres Bauwerk auf deutschem Boden dem Original in Pisa Konkurrenz. Der Turm der Oberkirche in der thüringischen Gemeinde hat einen rekordverdächtigen Überhang von 4,60 m oder 4,93 Grad. Und der Prozess der Neigung ist längst noch nicht abgeschlossen. Jedes Jahr neigt sich der Kirchturm um weitere zwei Zentimeter. Finden die Ingenieure keine Lösung in Form einer Stabilisierung, stürzt der Turm spätestens im Jahr 2092 ein.

Glockenturm in St. Moritz

St. Moritz ist der das Skiparadies für Gutbetuchte in den Schweizer Alpen. Wahrzeichen des Ortes ist der schiefe Turm der im 19. Jahrhundert abgebrochenen Mauritiuskirche. Der Turm stammt aus dem 15. Jahrhundert und besitzt ebenfalls einen größeren Neigungswinkel als der Schiefe Turm von Pisa. Da das Bauwerk latent einsturzgefährdet ist, ist es für den Besucherverkehr gesperrt. Ein reizvolles Fotomotiv ist der Schiefe Turm von St. Moritz trotzdem. Mehr Infos zu einem Winterurlaub in St. Moritz und den Schweizer Alpen halten die Aussteller auf der virtuellen Reisemesse für Sie bereit.

Schiefer Turm von Thorn

Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung ist der Schiefe Turm von Thorn in dem gleichnamigen polnischen Städtchen. Erbaut wurde er im 13. Jahrhundert. Durch Verschiebungen des Bodens unter dem Bauwerk begann der Turm, sich in Richtung Innenstadt zu neigen. Sein Neigungswinkel von 5,13 Grad ist beachtlich, doch Einsturzgefahr besteht nicht. In seinem Inneren befinden sich ein Café und ein Souvenirladen.

Glockenturm von Midlum

Im südwestlichen Ostfriesland steht ein weiterer Glockenturm mit einem stärkeren Neigungswinkel als der Schiefe Turm von Pisa. Um eindrucksvolle 6,74 Grad neigt sich der Backsteinturm aus dem 13. Jahrhundert. Damit übertrifft der Neigungswinkel sogar den des Weltrekordhalters in Suurhausen. Für einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde hat es trotzdem nicht gereicht. Die Kriterien besagen, dass ein Turm per Definition um ein Vielfaches höher als sein Durchmesser sein muss. Diese Anforderungen erfüllt der Glockenturm von Midlum jedoch nicht. 

Schiefe Zwillinge in Bologna

Sogenannte Geschlechtertürme prägten im Mittelalter und in der Renaissance das Stadtbild von Bologna. Sie dienten wohlhabenden Familien als Wohnturm mit inkludierter Schutzfunktion. Von den einst 180 Geschlechtertürmen haben allerdings nur 20 die Jahrhunderte überdauert. Zwei davon sind die ungleichen Zwillingstürme „Torre degli Asinelli“ und „Torre Garisenda“.  Erstgenannter ist rund 100 m hoch, der zweite gerade einmal 50 m. Gemeinsam ist beiden Bauwerken der deutlich sichtbare Neigungswinkel.

Metzgerturm in Ulm

Um das Jahr 1340 wurde der Ulmer Metzgerturm als Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung an der Donau errichtet. Noch heute dient der Backsteinturm mit seinen Spitzbogentoren als Zugang zur historischen Innenstadt. Erbaut wurde der Turm auf Sumpfgelände, das im Lauf der Zeit unter dem Gewicht des Bauwerks nachgab. Die Schieflage mit einem Neigungswinkel von 3,3 Grad geht definitiv hierauf zurück.

Kirchturm der Martinskirche in Neckartailfingen

Eine Kuriosität ist der Kirchturm der Martinskirche im baden-württembergischen Neckartailfingen. Er wurde dem romanischen Gotteshaus im Jahr 1501 hinzugefügt und begann, sich bereits während der Bauphase zu neigen. Als die Hälfte hoch gemauert war, entschlossen sich die Arbeiter, die Krümmung zu korrigieren. Sie richteten die Steinreihen in die entgegengesetzte Richtung aus. Auf diese Weise entstand ein schiefer Turm mit zwei Neigungsrichtungen. In Richtung Westen liegt der Überhang bei 1,02 m und in Richtung Süden 82 cm.

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