Bloß nicht! - die falschen Gesten am falschen Platz

Jeder kennt die Gesten: Daumen hoch, Victory-Zeichen, Winken beim Abschied oder einen Vogel zeigen. Hierzulande kennt man die Bedeutung. Doch in anderen Ländern kann eine eigentlich gut gemeinte Geste zu Verstimmung führen oder gar als Beleidigung aufgefasst werden. Lesen Sie hier, welche Doppelbedeutung manche Handzeichen oder Kopfbewegungen haben können.

Daumen hoch

In Mitteleuropa ist der nach oben gestreckte Daumen nicht nur ein Zeichen der Tramper. Die Geste steht sinnbildlich für „gut gemacht“ oder „alles okay“. In einigen Mittelmeerländern wie Griechenland und der Türkei, aber auch in Russland, im Nahen Osten und Australien gilt das Zeichen als obszöne Beleidigung.

Fingerkreis aus Daumen und Zeigefinger

Bei der Ringgeste bilden Daumen und Zeigefinger einen Kreis, der in Höhe des Kopfes einem Gegenüber gezeigt wird. In weiten Teilen Europas, den USA und Kanada steht die Geste für „Spitze!“ oder „super gemacht“. Nicht so in Spanien, Frankreich und weiteren südeuropäischen Ländern. Dort wird dieses Zeichen als obszöne Geste gewertet, die eine vergleichbare Bedeutung wie der deutsche Stinkefinger hat. In Belgien und Tunesien hat die Ringgeste eine abwertende Bedeutung, indem man sein Gegenüber als „Null“ oder „wertlos“ bezeichnet. In Mexiko gilt der Fingerkreis als Aufforderung zu sexuellen Aktivitäten.

Video: Andere Länder, andere Sitten: Der Gesten-Knigge weltweit | Galileo | ProSieben

Kopfnicken

In Deutschland ist das Nicken mit dem Kopf ein Zeichen der Zustimmung. In Teilen Südeuropas sowie in Bulgarien und Indien ist das anders. Dort gilt eine einmalige Bewegung des Kopfes nach oben und hinten als „Nein“. In Indien signalisiert eine Seitwärtsbewegung des Kopfes darüber hinaus Zustimmung. Die Geste erinnert stark an die Kopfbewegung, mit der hierzulande Ablehnung in Form eines „Nein“ zum Ausdruck gebracht wird.

Ausgestreckter Zeigefinger

Mit dem ausgestreckten Zeigefinger auf andere Personen zu zeigen, gilt schon in Deutschland nicht als Höflichkeitsgeste. Allerdings hat diese Geste keinen beleidigenden Charakter. In Thailand hingegen kann es zu einer unangenehmen Auseinandersetzung mit der betroffenen Person führen. Die stärkste Reaktion löst der ausgestreckte Zeigefinger in Südafrika aus. In dem Land wird die Geste als Angriff gewertet.

Shaka-Geste

Fast jeder hat die Shaka-Geste schon einmal genutzt. Der abgespreizte Daumen und der ebenso abgespreizte kleine Finger stellen eine Verbindung zwischen Ohr und Mund her und symbolisieren auf diese Weise einen Telefonhörer. Hierzulande bedeutet die Geste so viel wie „Lass uns telefonieren“. In Italien ist sie hingegen eine Aufforderung, gemeinsam einen Drink zu genießen. In Hawaii begrüßen sich auf diese Weise die Surfer.

Victory-Zeichen

Das Victory-Zeichen, gebildet aus abgespreiztem Zeige- und Mittelfinger, wird von vielen Menschen als Siegeszeichen oder Friedenssymbol gewertet. Nicht so in vielen angloamerikanischen Ländern. Auf der britischen Insel, in Irland, Neuseeland und Australien steht das Victory-Zeichen für einen Fluch. Allerdings gilt das nur für den Fall, dass dem Gesprächspartner der Handrücken gezeigt wird.

Vogel zeigen

Wer seinem Gegenüber signalisieren will, dass er für jemanden gehalten wird, der „nicht mehr ganz klar im Oberstübchen ist“, tippt sich mit dem Zeigefinger an die Stirn. In den Vereinigten Staaten hat die Geste eine gegenteilige Bedeutung. Dort zeigt man seinem Gesprächspartner, dass man ihn für einen intelligenten Menschen hält. Im Straßenverkehr eingesetzt hat der ausgestreckte Zeigefinger am Kopf in den USA noch eine zweite Bedeutung. Mit einer leicht kreisenden Bewegung signalisiert die Geste eine Warnung vor dem Blaulicht (Polizei).

Winken

In nahezu allen europäischen Ländern sowie in den USA und Kanada ist das Winken eine Geste der Begrüßung oder des Abschieds. In der Türkei und Teilen Südostasiens wird das Winken als Beleidigung gewertet. In Asien wird die Geste als Unverschämtheit empfunden, da in diesen Ländern nur Hunde herbeigewinkt werden. Auf eine Besonderheit müssen sich Japan-Touristen einstellen. Dort ist das mehrfache Abknicken der Hand nach vorn eine Aufforderung, näherzukommen.

Schlag mit der Faust in die Hand

Der angedeutete Schlag mit der Faust in die Hand signalisiert hierzulande dem Gegenüber, dass Ärger droht. Schlimmstenfalls wird die Geste als Androhung körperlicher Gewalt gewertet. Im Nahen Osten kann diese Geste hingegen als Aufforderung zu sexuellen Handlungen verstanden werden. Ganz anders in Westafrika. Dort signalisieren zwei Gesprächspartner mit dem Schlag in die Hand das Einverständnis. Auf Märkten wird auf diese Weise ein Geschäftsabschluss besiegelt. Finden Sie viele weitere Tipps auf unserer virtuellen Reisemesse, und gelangen Sie bestens vorbereitet an Ihr Ziel!

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